Unser Dorf mitten in der Vulkaneifel

Maifest

Am Abend vor dem 1. Mai stellen nach alter Sitte die Jugendlichen des Dorfes einen 20 bis 25 Meter großen Maibaum (Fichte) in der Dorfmitte auf. Zwei bis drei Wochen vorher wird von den Junggesellen ein möglichst gerader und hoher Baum im Wald geschlagen und geschält. Bevor dieser Baum schließlich aufgestellt wird, schmücken die Mädchen der Jugendgruppe die Spitze mit bunten Papierstreifen. Zum Aufstellen wird zuerst das Ende des Baumes in die Führung eines Ständers gesteckt und in der Regel durch einen Traktor vertikal aufgerichtet. Dieses jährliche Ereignis entwickelt sich so meist zu einem Spektakel unter Beobachtung vieler Zuschauer. Wenn dann die Nacht hereinbricht und sich die Jugendlichen um ein Maifeuer versammeln, nimmt die Hexennacht ihren Lauf.

In dieser Nacht werden Jugendliche, die der Jugendgruppe beitreten wollen, durch das Essen eines "speziellen" Butterbrotes feierlich aufgenommen.
Im Verlaufe der Hexennacht geschehen dann wunderliche Ereignisse. Gegenstände wie Gartenmöbel, Blumenkübel oder Wäscheständer verschwinden spurlos und tauchen erst am nächsten Morgen irgendwo im Dorf wieder auf. Oft werden hinter diesen Hexereien die Jugendlichen vermutet, jedoch fehlt meistens jede Spur.

Dies sind aber nicht die einzigen Streiche die in dieser Nacht getrieben werden. Manchmal verrät eine von einer Haustür zu anderen gestreuten Kalkspur eine (heimliche) Beziehung zwischen Bewohner dieser beiden Häuser.
Eine weitere Sitte ist es, dass die jungen Männer ihrer Verehrten oder Freundin eine kleine, geschmückte Birke vor das Haus stellen.

Ein "Brauch" wird jedoch heute auf Grund seiner hohen Gefahr immer seltener vollführt. Früher fuhren Junggesellen in die benachbarten Dörfer um deren bereits aufgestellten Maibäume wieder abzusägen. Hieraus entwickelte sich die Notwendigkeit, den eigenen Baum zu bewachen